Wanderung in und um Gera

oder

Was es mit den Höhlern und den “Gerschen Fettguschen“ in Gera auf sich hatte!

Am 10.10.2020 trafen sich 22 Naturfreunde und 5 Gäste am Bahnhof Mitte. Gemeinsam fuhren wir mit der Vogtlandbahn nach Gera. Eine Stadt mitten im „thüringischen Schwarzbierland“, eine Anspielung auf die größte und bedeutendste deutsche Schwarzbierbrauerei im nahe gelegenen Bad Köstritz.
Bereits um 09:00 Uhr trafen wir uns im Geraer Küchengarten vor der Orangerie. Von hier aus konnten wir den Bergfried des Schlosses Osterstein sehen.
Das Schloss auf dem Hainberg aus dem 12. Jahrhundert war das ehemalige fürstliche Residenzschloss von Reuß jüngere Linie. Vom Bergfried aus bietet sich ein weitreichender Blick über die Stadt Gera und das Kernareal der Bundesgartenschau von 2007 mit dem Hofwiesenpark.

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Nach einer kurzen Einführung zur Stadt Gera durch Martina Ballhause (Initiator dieser Wanderung) wanderten wir gemeinsam durch den Stadtteil Untermhaus zur St. Marien Kirche, die besichtigt werden konnte.
Wie so häufig konnten sich die Naturfreunde entscheiden in welcher der beiden Gruppen sie mitwandern wollten.

Während die eine Gruppe den Faulenzerweg der Elster entlang, an wunderschönen alten Villen und am Dahliengarten vorbei zum Tierpark wanderten, ging die andere Gruppe durch die Hohle und die Fuchsklamm zum BUGA-Gelände. Der Hainberg – Weinberg und die Schluchten bei Gera mit ihren altem Mischwaldbestand sind anerkannte FFH-Gebiete. Die zweite Gruppe wurde von Bernd Wächter geführt, der den erkrankten Tobias Schliwa vertrat und dessen Vorbereitung zu dieser Wanderung nutzte.

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Die Stadt Gera war zur Blütezeit der Stoff- und Tuchindustrie eine der reichsten Städte Deutschlands. Über 100, zum Teil sehr bedeutende Stadtvillen, zeugen noch heute vom Glanz und Reichtum vergangener Zeiten.
Zum Mittagessen trafen wir uns im Köstritzer Bierhaus und probierten das frischgezapfte Köstritzer Schwarzbier.
Nach dem sehr leckeren Mittagessen gab es genügend Zeit, die Stadt eigenständig zu erkunden, Kaffee zu trinken oder aber die Höhler zu besichtigen.

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Die Höhler sind eine Besonderheit von Gera. Die reichen „Gerschen Fettguschen“, die Bemme wurde oben und unten mit Fett bestrichen, hatten das Brau- und Münzrecht.
In den Tiefkellern, entstanden im 17. und 18. Jahrhundert, wurde unter den eigentlichen Kellern das Bier gelagert. Ursprünglich waren die Höher nur über das darüberliegende Haus zugänglich, aber nachdem im 2. Weltkrieg einige von ihnen als Luftschutzkeller ausgebaut wurden, gibt es zwischen einigen Höhlern eine Verbindung. In den Jahren 1986-1989 wurden 10 Historische Höhler der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Nach einem erlebnisreichen Tag fuhren wir am späten Nachmittag wieder nach Plauen zurück.

Plauen, 14.10.2020
NFin M. Ballhause (Text), NF B. Wächter (Fotos)